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20 Jahre Tourismus bei der Salzburg AG: Zwischen Diesel, Dampf & grossen Visionen

20 Jahre Tourismus bei der Salzburg AG – eine Zeitreise

20 Jahre Tourismus bei der Salzburg AG – und mindestens genauso viele Geschichten. Seit der Übernahme von SchafbergBahn und WolfgangseeSchifffahrt im Jahr 2006 hat sich vieles verändert: Neue Angebote wurden geschaffen, die „5 Schätze“ wurden aus der Taufe gehoben, historische Infrastruktur modernisiert und mit dem ErlebnisQuartier ein neues Kapitel aufgeschlagen. Gemeinsam mit Martin Bahr, Departmentleiter Salzkammergut (SchafbergBahn und WolfgangseeSchifffahrt), blicken wir auf zwei Jahrzehnte voller Meilensteine, besonderer Momente und persönlicher Erinnerungen zurück.

2006: Ein Neustart mit viel Aufbruchsstimmung

Martin Bahr, Departmentleiter Salzkammergut (SchafbergBahn und WolfgangseeSchifffahrt)

Als die Salzburg AG am 31. März 2006 die SchafbergBahn und die WolfgangseeSchifffahrt von den Österreichischen Bundesbahnen übernahm, begann für zwei der bekanntesten touristischen Attraktionen Österreichs ein neues Kapitel. Nur wenige Wochen später startete die erste Saison unter neuer Führung – mit dem klaren Ziel, Bewährtes zu erhalten und gleichzeitig neue Impulse zu setzen. Bereits im ersten Betriebsjahr stiegen die Fahrgastzahlen deutlich. Von Beginn an wurde in Infrastruktur, Servicequalität und neue Erlebnisangebote investiert. Dass dieser Weg richtig war, spürten auch die Mitarbeiter:innen – auch wenn anfangs nicht alle wussten, was die Zukunft bringen würde. „Ich persönlich habe damals ein ganz gutes Gefühl gehabt – sonst wäre ich nicht geblieben. In der Mannschaft war aber schon eine gewisse Unruhe da. Es hat halt keiner gewusst, was auf einen zukommt“, erinnert sich Martin Bahr, der schon vor der Übernahme durch die Salzburg AG bei der SchafbergBahn tätig war, an die spannende Zeit vor 20 Jahren.

Als Bahn und Schiff zum Erlebnis wurden

Mit der Übernahme änderte sich auch der Blick auf das touristische Angebot: Bahn und Schiff sollten nicht mehr nur Transportmittel sein, sondern ganzjährige Ausflugsziele mit besonderen Erlebnissen. Frühstücksfahrten auf den Schafberg, romantische Sonnenuntergangsfahrten oder attraktive Kombi-Angebote mit dem Hotel Schafbergspitze sorgten dafür, dass sich die Saison deutlich verlängerte. Besonders eine Idee wurde dabei zum Erfolgsmodell: „Der Advent hat sich unglaublich entwickelt. Wir haben einfach gesagt: Wir probieren das. Und bis heute ist das eines unserer erfolgreichsten Angebote“, erzählt Martin Bahr. Wie rasant sich die Adventfahrten etabliert haben, verdeutlicht eine Geschichte, an die er sich noch heute erinnert: „Einmal waren so viele Menschen auf den Schiffen, dass wir gar nicht mehr zum Kassieren gekommen sind. Unser damaliger Chef ist kurzerhand mit dem Auto nach Strobl gefahren und hat dort die Tickets verkauft.“ Was damals als Versuch begann, zählt heute zu den beliebtesten Angeboten der Salzburg AG Tourismus GmbH.

Historische Bahn trifft moderne Technik

Die geschmückte VZ31 anlässlich des 120-jährigen Jubiläums der SchafbergBahn im Jahr 2013

Tradition und Innovation schließen sich auf dem Schafberg nicht aus – ganz im Gegenteil. Damit die historische Bahn auch den steigenden Besucher:innenzahlen gerecht werden konnte, wurde die Infrastruktur Schritt für Schritt modernisiert. 2010 kam mit der VZ 31 erstmals dauerhaft eine dieselelektrische Lokomotive auf der SchafbergBahn zum Einsatz, sechs Jahre später folgte die VZ 32.

Nicht jede Neuerung wurde allerdings sofort begeistert aufgenommen. „Der erste Reaktion war meist Skepsis. Aber irgendwann hat jeder gemerkt: So schlecht ist das vielleicht gar nicht, mal was Neues auszuprobieren“, erzählt Martin Bahr schmunzelnd. Heute ergänzen die modernen Diesel-elektrischen Lokomotiven die ölgefeuerten Dampfloks perfekt und sorgen gemeinsam für einen zuverlässigen und attraktiven Betrieb.

Die grösste Baustelle in der Geschichte der SchafbergBahn

Der Beginn der Streckensanierung im Jahr 2018

Besonders eindrucksvoll war die umfassende Sanierung der Strecke, die 2018 begann. Schließlich stammten Teile der Infrastruktur tatsächlich noch aus der Zeit, als die SchafbergBahn errichtet worden war. „Als ich zur SchafbergBahn gekommen bin, lagen teilweise noch Schienen aus der Gründerzeit. Auf manchen Weichen stand noch das Baujahr 1892“, berichtet Martin Bahr. Gemeinsam investierten die Länder Salzburg und Oberösterreich sowie die Salzburg AG mehr als 18 Millionen Euro in die Erneuerung der Strecke. Gleise, Unterbau, Leitungen und technische Anlagen wurden modernisiert – und damit die Grundlage für die Zukunft geschaffen. Eine besondere Herausforderung war dabei die Logistik. „Die größte Unsicherheitsfaktor am Berg ist grundsätzlich immer das Wetter. Und fast jeder Transport muss mit dem Zug auf den Berg gebracht werden. Das macht so eine Baustelle besonders aufwendig“, sagt der erfahrene Mitarbeiter. Für ihn zählt die Streckensanierung deshalb bis heute zu den wichtigsten Projekten der vergangenen zwei Jahrzehnte.

Jubiläen, Rekorde und bewegende Momente

Ob 115 Jahre SchafbergBahn und 135 Jahre WolfgangseeSchifffahrt im Jahr 2008 oder die großen Jubiläen 2023 – die vergangenen 20 Jahre boten immer wieder besondere Höhepunkte. Vor allem das erste große Jubiläum unter der Salzburg AG ist Martin Bahr bis heute in Erinnerung geblieben. „Der Kaiserwagen, der Schaufelraddampfer und viele historische Fahrzeuge wurden damals restauriert. Für mich als junger Fahrdienstleiter war das schon etwas ganz Besonderes“, erzählt er. Es folgten Rekordjahre, die Herausforderungen der Corona-Pandemie und schließlich ein beeindruckendes Comeback. Die Geschichte von Bahn und Schiff wurde dabei nie nur bewahrt, sondern kontinuierlich weitergeschrieben.

Zahlen, die für sich sprechen

Rund 15 Millionen Beförderungen wurden seit der Übernahme des Tourismusbereichs durch die Salzburg AG im Jahr 2006 bis Ende August 2026 mit Schiff und Bahn im Salzkammergut durchgeführt. Dabei legte die SchafbergBahn rund 705.000 Kilometer und die WolfgangseeSchifffahrt beeindruckende 1,275 Millionen Kilometer zurück. Gemeinsam ergibt das knapp 2 Millionen zurückgelegte Kilometer - eine Strecke, die fast 50 Erdumrundungen entspricht.

Aus zwei Attraktionen wurden 5 Schätze

Was 2006 mit SchafbergBahn und WolfgangseeSchifffahrt begann, entwickelte sich in den folgenden Jahren Schritt für Schritt zu einem vielfältigen touristischen Angebot. Mit der historischen FestungsBahn, dem MönchsbergAufzug und dem Museum WasserSpiegel kamen weitere außergewöhnliche Ausflugsziele hinzu, die heute gemeinsam unter der Marke „Die Fünf Schätze“ zusammengefasst werden. Mit der Gründung der Tourismus Management GmbH im Jahr 2019 wurden die touristischen Aktivitäten der Salzburg AG schließlich organisatorisch unter einem Dach gebündelt. Seither stehen die 5 Schätze gemeinsam für besondere Erlebnisse – vom Gipfelerlebnis am Schafberg über Schifffahrten am Wolfgangsee bis hin zu den Wahrzeichen der Salzburger Altstadt und spannenden Einblicken in die Welt des Wassers.

Die fünf Schätze erleben

  • Rotes Schafbergbahnicon SchafbergBahn: Die Fahrt mit der steilsten Zahnradbahn Österreichs hinauf auf den 1.783 Meter hohen Schafberg ist ein unvergessliches Erlebnis für die ganze Familie.
  • Rotes Wolfgangseeschifffahrticon WolfgangseeSchifffahrt: Die Schifffahrt über den Wolfgangsee verbindet nicht nur Orte wie St. Gilgen, Strobl und St. Wolfgang miteinander – sondern bringt Entschleunigung pur.
  • Rotes Festungsbahnicon FestungsBahn: Mit der ältesten Standseilbahn Österreichs geht’s hinauf zur Festung Hohensalzburg – dem Wahrzeichen der Stadt Salzburg. Oben wartet neben einem Ausflug ins Mittelalter auch ein spektakulärer Ausblick über die Dächer der Stadt.
  • Rotes Mönchsbergaufzugicon MönchsbergAufzug: Der MönchsbergAufzug bingt Besucher:innen in wenigen Sekunden aus dem Trubel der Salzburger Altstadt hinauf auf den grünen Mönchsberg.
  • Rotes Wasserspiegelicon WasserSpiegel: Im interaktiven Erlebnismuseum WasserSpiegel erfahren Schulgruppen, wie sich die Stadt seit Jahrhunderten mit bestem Trinkwasser versorgt.

Vom Bahnhof zum ErlebnisQuartier

Salzburg AG Abriss Talstation der Schafbeergbahn in St. Wolfgang Foto: Neumayr/Leo 11.03.2021
Abriss der alten Talstation im März 2021

Kaum ein Projekt steht so sehr für den Wandel der vergangenen 20 Jahre wie das ErlebnisQuartier in St. Wolfgang. Aus einer in die Jahre gekommenen Talstation entstand bis 2023 ein modernes Besucherzentrum mit Gastronomie, Shop und Veranstaltungsflächen, das 2024 sogar mit dem Prix Versailles als schönster Bahnhof der Welt ausgezeichnet wurde. Für Martin Bahr überwog beim Abschied von der alten Talstation jedoch nicht die Wehmut. „Als die alte Talstation abgerissen wurde, war das für mich keine Wehmut, sondern Vorfreude auf das Neue. Es war einfach alles schon zu eng und nicht mehr zeitgemäß“, sagt er. Auch wenn die Bauphase mit laufendem Betrieb eine enorme Herausforderung war, habe sich der Mut zur Veränderung gelohnt. „Am Anfang waren viele skeptisch. Heute sagen viele: Das Gebäude fügt sich wunderbar in die Landschaft ein.“

Bereit für die nächsten 20 Jahre

Schiff der WolfgangseeSchifffahrt, die größte Binnenseeflotte Österreichs, und blühende Kirschblüten am Ufer des Wolfgangsees in Sankt Wolfgang am Wolfgangsee im Frühling am 17.04.2025. // A ship of the WolfgangseeSchifffahrt, Austria's largest inland lake fleet, and blooming cherry blossoms on the shore of Lake Wolfgang in Sankt Wolfgang am Wolfgangsee in spring on April 17, 2025.
Bereit für die nächsten 20 Jahre voller bewegender Geschichte, beeindruckender Technik und einzigartigen Ausblicken

Auch wenn die Marke rund um die fünf Schätze heute fünf ganz unterschiedliche Ausflugsziele sind, so haben sie doch eines gemeinsam: Sie stehen für außergewöhnliche Erlebnisse, die Ausblick, Technik und Geschichte auf besondere Weise miteinander verbinden. Rund eine Million Fahrgäste jährlich nutzen allein Bahn und Schiff. Doch Stillstand ist keine Option. Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung und Nachhaltigkeit – etwa durch den Einsatz des klimafreundlichen Treibstoffs HVO – sollen dafür sorgen, dass die Erfolgsgeschichte weitergeht. Für Martin Bahr liegt genau darin das Erfolgsgeheimnis der vergangenen zwei Jahrzehnte: „Es wurde laufend investiert, modernisiert und das erwirtschaftete Geld immer wieder in den Betrieb gesteckt. Man hat einfach gemerkt, dass man sich hier weiterentwickeln will.“ Und wenn er auf seine vergangenen 20 Jahre bei der Salzburg AG Tourismus zurückblickt, bleibt vor allem eines: „Für mich waren die vergangenen 20 Jahre eine extrem schöne Zeit. Und ich hoffe, dass die nächsten genauso werden.“

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